Barrierefreiheit
Für Senioren stellen sich im Alltag zahlreiche Hürden, die nicht nur ältere Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen behindern. Barrierefreiheit beschreibt den angestrebten Zustand, Ziele erreichen zu können, ohne auf die Mithilfe Dritter angewiesen zu sein. Barrieren für Senioren finden sich überall: In der eigenen Wohnung (Treppen, hohe Stufen, hohe Schränke), im Alltag (Zugang zu Bussen und Bahnen, Straßenüberquerungen) und auch im Internet.
Barrierefreie Internetseiten
Barrierefreie Webseiten zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass sie an die Rezeptionsmöglichkeiten bestimmter Zielgruppen angepasst werden können. Der Quellcode und die Inhalte der Seiten sind so strukturiert, dass sie beispielsweise auch mit einem so genannten Screenreader, eine Programm, welches blinden Menschen Internetseiten vorlesen kann, wiedergegeben werden können.
Auch die Farbgebung mit ausreichenden Helligkeits- und Kontrastwerten spielt eine Rolle, ebenso wie eine leicht verständliche Schreibweise, um die Inhalte für jedermann verständlich zu vermitteln. Im englischen Sprachraum werden diese Maßnahmen unter dem Oberbegriff "Accessibility" zusammen gefasst.
Benutzerfreundlichkeit kommt allen zu Gute
Wer aufgrund körperlicher Einschränkungen keine Computer-Maus bedienen kann, der findet auf barrierefreien Webseiten die Möglichkeit der Bedienung und Navigation per Tastatur. Schriftgrößen lassen sich individuell anpassen und vergrößern. All diese und weitere Vorzüge barrierefreier Internetseiten und Inhalte im Web kommen aufgrund der gesteigerten Benutzerfreundlichkeit und Nutzbarkeit ("Usability") letztlich allen Anwendern zu Gute.
Abbau von Barrieren im Alltag
Nach Prognosen des statistischen Bundesamtes wird sich die Anzahl der Bürger, die älter als 80 Jahre sind, bis zum Jahr 2050 auf 10 Millionen mehr als verdreifachen. Der Bedarf an barrierefreien Angeboten und Dienstleistungen steigt somit kontinuierlich an. Öffentliche Einrichtungen und Institutionen waren in den vergangenen Jahren die Vorreiter in der zugänglichen und barrierefreien Gestaltung.
Barrierefreiheit bedeutet meist insbesondere die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer, die an hohen Kanten, Stufen oder Treppen an ihre Grenzen stoßen. Der rollstuhlgerechte Ausbau von Immobilien wird heute von vielen Architekten bereits in der Konzeptionsphase eines Hauses oder einer Wohnung berücksichtigt. Derartige Einrichtungen gelten meist zugleich als "behindertengerecht".
Die Grenzen der barrierefreien Gestaltung von Angeboten oder Einrichtungen sind jedoch im Alltag noch häufig anzutreffen. So ist es beispielsweise für beeinträchtigte Menschen, die eine Reise planen, mangels standardisierter Beschreibungen vorab kaum zu erkennen, ob alle Verkehrsmittel, Hotels oder Freizeiteinrichtungen für sie geeignet sind.